Wie kann die feuchte Maculadegeneration behandelt werden?

Im Jahr 2005 wurde in Europa ein Medikament Avastin® der Firma "Genentech" zugelassen, um das Wachstum von Blutgefäßen bei Krebspatienten zu hemmen. Schnell haben Augenärzte erkannt, dass darin auch eine große Chance für die Behandlung der feuchten Maculadegeneration liegen kann. Wenn das Medikament alle 1 bis 2 Monate in das Auge injiziert wird, kann in den meisten Fällen die Wucherung der Blutgefäße bei der feuchten Maculadegeneration zurückgedrängt werden und das Sehen bleibt erhalten. Eine Medikamentendosis ist teuer, etwa 60 €, aber wegen ihrer guten Wirkung ist der hohe Preis gerechtfertigt.

Die Therapie ist eine kleine Operation und wird meist „IVOM“ (Intravitreale operative Medikamenteneingabe) genannt.

Die Firma "Genentech" hat sich geweigert, bei den Europäischen Gesundheitsbehörden die offizielle Zulassung für das überaus erfolgreiche Medikament Avastin® zur Behandlung der Maculadegeneration zu beantragen. Sie hat das Medikament chemisch etwas abgeändert und unter dem Namen Lucentis® die Zulassung 2007 erhalten und es auch auf den Markt gebracht. Zum Erstaunen von Patienten, Ärzten und Kassen sollte jetzt eine Dosis nicht mehr 60 € sondern 1,500 € kosten! In großen Vergleichsstudien konnte nachgewiesen werden, das Lucentis® keineswegs besser als Avastin® ist und der geforderte Preisaufschlag nicht gerechtfertigt sein könnte.

Seit dem Jahr 2007 haben Patienten und Ärzte die Wahl: Sie können zur Behandlung der feuchten Maculadegeneration entweder das bewährte, aber offiziell nicht zugelassene Avastin® nehmen, mit dem die längsten guten Erfahrungen zur Behandlung der Maculadegeneration vorliegen. Oder sie wählen Lucentis®, das für diese Erkrankung zwar zugelassen ist, mit dem aber erst kürzere Erfahrungen vorliegen, die keineswegs besser als die mit Avastin® sind. Auch wenn keine offiziellen Zahlen vorliegen, so sind in Amerika und Deutschland sicherlich mehr Patienten erfolgreich mit Avastin® als mit Lucentis® behandelt worden.

2012 kam in Deutschland ein weiteres Medikament zur „IVOM“ auf den Markt: Eylea® wurde von Regeneron Pharmaceuticals und Bayer entwickelt. Es bewährt sich im klinischen Alltag genauso gut wie die anderen Präparate. In seltenen Fällen können Kortisonpräparate wie Ozurdex® oder Triamzinolon hilfreich sein.

Eine IVOM wird heute auch bei anderen Erkrankungen der Macula erfolgreich eingesetzt, bei denen es zu Feuchtigkeitsblasen kommt, die die Sehschärfe sehr herabsetzen können. Die Diagnose dieser mikroskopisch kleinen Wasseransammlungen und die Entscheidungsfindung, wann eine weitere Therapie nötig wird, erfolgt im Wesentlichen durch Lasermessungen mit einem speziellen Diagnose-Computer, dem OCT.

 


Themen des Artikels: Die altersbedingte Maculadegeneration (AMD)

Was ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD)?

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